Die österreichische Sozialpartnerschaft

Österreich verfügt über ein besonders ausgeprägtes System der Zusammenarbeit der großen wirtschaftlichen Interessenverbände der ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen untereinander und mit der Regierung. Die österreichische Sozialpartnerschaft leistet durch Konsensfähigkeit, Interessenausgleich und koordiniertes Vorgehen einen wesentlichen Beitrag zu wirtschaftlichem Wachstum und sozialem Frieden in Österreich.

80 Jahre SozialPartner

ZUKUNFT GEMEINSAM GESTALTEN
Veranstaltung der österreichischen Sozialpartner am 16. September 2026
Anlässlich des Jubiläums „80 Jahre Sozialpartnerschaft“

 

Anlässlich des Jubiläums „80 Jahre Sozialpartnerschaft“ diskutieren die österreichischen Sozialpartner am 16. September 2026 unter dem Leitthema „Zukunft gemeinsam gestalten“ die zentralen Zukunftsfragen des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Österreich.

 

Wir stehen vor der zentralen Aufgabe, die langfristige Leistungsfähigkeit des österreichischen Wirtschafts-, Arbeits- und Sozialstandorts und damit unseren Wohlstand insgesamt zu sichern. In einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft wächst der Wettbewerbsdruck durch die USA und China, die mit hohen Investitionen und großer technologischer Dynamik neue Maßstäbe setzen. Europa hingegen droht bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz an Boden zu verlieren. Internationale Spannungen, die damit verbundene Unsicherheit, fragile Lieferketten sowie weitere nationale Herausforderungen verschärfen die Ausgangslage zusätzlich. Auch die fortschreitende Dekarbonisierung von Wirtschaft und Energieversorgung stellt eine zentrale Transformationsaufgabe dar, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit gleichermaßen betrifft.

 

Die Bewältigung dieser Herausforderungen – aber auch der damit verbundenen Chancen – erfordert gemeinsame Lösungen auf breiter Basis. Die Sozialpartnerschaft ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor: Sie ermöglicht den Ausgleich unterschiedlicher Interessen und schafft tragfähige, konsensorientierte Lösungen. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und tiefgreifendem Wandel bleibt sie ein verlässliches Fundament für Stabilität, Beschäftigung und Wohlstand.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Diskussion dieser Zukunftsthemen und die Erarbeitung konkreter Lösungsansätze – von einer sicheren, leistbaren und wettbewerbsfähigen Energieversorgung über eine klare industriepolitische Strategie und höhere Produktivität bis hin zu einem zukunftsfähigen Arbeitsmarkt. Ziel ist es, Perspektiven zu entwickeln und die Grundlage für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand in Österreich weiter zu stärken.

 

Im Rahmen von zwei Panels werden die großen Zukunftsthemen Industriestrategie, Energiepolitik, Produktivität und Arbeitsmarkt diskutiert und gemeinsame Perspektiven für den Wirtschafts- und Arbeitsstandort Österreich entwickelt.

 

Panel I: Industriestrategie und Energiepolitik
Wie können Österreich und Europa ihre industrielle Basis und Energieversorgung langfristig sichern und gleichzeitig Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit stärken? Im Fokus stehen eine sichere, leistbare und wettbewerbsfähige Energieversorgung, Innovation und Dekarbonisierung sowie eine zukunftsorientierte Industriepolitik. Diskutiert werden gemeinsame Ansätze, um industrielle Wertschöpfung, Klimaziele, Beschäftigung und Wohlstand miteinander zu verbinden.

PANEL I

 

Panel II: Produktivität und Arbeitsmarkt
Wie kann Österreich seine Produktivität stärken und einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt sichern? Im Mittelpunkt stehen Investitionen, Digitalisierung und Innovation ebenso wie demografische Entwicklungen, Fachkräftebedarf sowie Bildung und Qualifizierung. Besondere Bedeutung haben die bessere Nutzung vorhandener Arbeitskräftepotenziale, eine höhere Erwerbsbeteiligung und die Stärkung der dualen Ausbildung. Ziel sind Ansätze, die Produktivität, Beschäftigung und Wohlstand langfristig stärken.

PANEL II

Sozialpartner setzen wichtiges Zeichen zur Sicherung der Gesundheitsversorgung

Angesichts des aktuellen Mangels an Gesundheitsfachkräften in der ambulanten und stationären Versorgung und des zusätzlichen Bedarfs durch Pensionierungen und der demografischen Entwicklung sind Erleichterungen bei der Nostrifikation von im Ausland ausgebildeten Gesundheitsfachkräften das Gebot der Stunde.

Vereinfachte Verwaltungsverfahren sowie einheitliche gesetzliche Rahmenbedingungen für deren Nostrifikation und Beschäftigung sind essenziell, um die Versorgung der heimischen Patientinnen und Patienten langfristig sicherzustellen.

 

Der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen hat daher am 27. Februar 2026 ein Sozialpartner-Abkommen zur Erleichterung der Nostrifikationen von im Ausland ausgebildeten Gesundheitsfachkräften sowie zur Entbürokratisierung des Gesundheitsberuferegisters beschlossen.

Mit diesem Beschluss setzen die Sozialpartner ein wichtiges Zeichen, um die Stabilität der heimischen Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern, denn ohne ausreichend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das System der sozialen Sicherheit gefährdet.

 

Zum Abkommen

 

„Industriepolitik in der Transformation“

Die Studie „Industriepolitik in der Transformation“ wurde mit dem Ziel verfasst, die aktuellen Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Industrie aufzuzeigen und zentrale Maßnahmen zur Stärkung des österreichischen und europäischen Industriestandorts zu entwickeln.

 

Die Sozialpartner bekennen sich klar dazu, den Transformationsprozess gemeinsam mit der Politik, allen relevanten Stakeholdern, Unternehmen, Beschäftigten und der gesamten Gesellschaft aktiv zu gestalten und zu bewältigen.

 

Die in diesem Papier vorgeschlagenen Maßnahmen haben das Potenzial, die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich positiv zu beeinflussen und einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Transformation zu leisten.

 

Zur Langfassung

 

Zur Kurzfassung

50 Jahre Arbeitsverfassungsgesetz

Das Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) trat am 1.7.1974 in Kraft. Ein mehrjähriger Kodifikationsprozess unter Einbindung der Sozialpartner ging damit zu Ende. Das österreichische Arbeitsrecht zehrt bis heute von der Gründlichkeit und dem intellektuellen Tiefgang, mit der dieses Gemeinschaftswerk der Sozialpartner betrieben wurde. Das ArbVG hat vor allem rechtssichernde und friedensstiftende Wirkung. Das hat erheblichen Nutzen für alle Beteiligten: Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Das ArbVG genießt daher bis heute hohe Akzeptanz in allen Bereichen der Sozialpartner.

 

Senkung der Lohnnebenkosten und Finanzierungsvarianten – Endbericht

Die Arbeitskosten und die Belastung des Faktors Arbeit durch Lohnnebenkosten wirken sich auf die Beschäftigungsnachfrage aus und bilden einen erheblichen Kostenfaktor in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen. Der vorliegende Bericht fasst die wichtigsten Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Lohnnebenkostensenkungen und deren Finanzierungsoptionen aus der Literatur zusammen und untersucht konkrete Reformbeispiele in einer Auswahl von europäischen Ländern. Diese Analysen sind in einen Überblick der Struktur und Höhe der Arbeitskosten sowie der Grundzüge des Sozialsystems in diesen Ländern eingebettet.

 

Zur Publikation

Modernes Wettbewerbsrecht

Das gemeinsame Positionspapier der vier Sozialpartner und der Industriellenvereinigung widmet sich schwerpunktmäßig den wettbewerbspolitischen Anforderungen für die Weiterentwicklung des Wettbewerbsrechtes auf nationaler und Europäischer Ebene, die sich vor allem durch die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. Orientiert am Stand der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion habe die ExpertInnen der beteiligten Organisationen politische Empfehlungen und konkrete Gesetzesvorschläge ausgearbeitet.

 

Zum Positionspapier

Zukunft der Fachhochschulen

Die Fachhochschulen sind heute unverzichtbar für die akademische Berufsausbildung und die Bewältigung zentraler Herausforderungen wie der digitalen und sozial-ökologischen Transformation, der bedarfsorientierten Qualifizierung am heimischen Standort und dem demografischen Wandel. Sie fördern die soziale Durchlässigkeit im Hochschulbereich, sind starke Partnerinnen der Wirtschaft und wesentliche Wissenszentren in den Regionen.

Unser Ziel ist die Stärkung und Weiterentwicklung dieses wichtigen Bildungssektors. Dafür schlagen wir Maßnahmen in den Bereichen der Studienprogramme und -angebote, der Finanzierung, der Durchlässigkeit und Studierbarkeit sowie der Vernetzung und Kooperationen vor.

 

Zum Positionspapier

Aktuelle Publikationen
  • Blackout-Vorsorge in Unternehmen

  • Ältere am Arbeitsmarkt: eine Vorausschau bis 2040 als Grundlage für wirtschaftspolitische Maßnahmen Nr. 90, 2023

  • Gemeinsam für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie